Von der unprätentiösen Banalität der Problemlösung

Ich lese gerade das Buch von Jason Fried Rework: Business – intelligent & einfach und bin an einer Stelle hängen geblieben, die viel mit beruflichem Alltag zu tun hat. Besonders in der Produktentwicklung sollte sich immer wieder die Frage gestellt werden: muss eine Aufgabe erledigt werden oder glaubt man, dass sie erledigt werden muss? Das setzt ein kritischen Denken & Handeln voraus und ein Hinterfragen von Strukturen. (Das muss nicht jedem Vorgesetzten schmecken, also werden Sie lieber gleich Boss. Ist dann allerdings auch Ihr unternehmerisches Risiko, das sollte Ihnen klar sein. ) Bodenhaftung können Sie erzeugen, indem Sie Ihr Produkt bzw. Ihre Dienstleistung kritisch hinterfragen.

Welches Problem lösen Sie mit Ihrer Arbeit? Was ist denn eigentlich das Problem? Haben Sie Feedback von der Basis durch Kontakt zum Kunden oder arbeiten Sie anhand von Statistiken, die durch diverse Filter geflossen sind? War früher etwas nicht möglich, was jetzt möglich sein soll? Hören Sie Ihren kritischen Stimmen überhaupt zu oder sind Sie verliebt in die Schönheit einer Funktion und all Ihrer Facetten?

Es kann passieren, dass durch das kritische Hinterfragen eines Problems das Problem aufhört zu existieren. Das bedeutet, Sie sollten auch schleunigst damit aufhören, an der Lösung zu arbeiten, für etwas, das gar nicht existiert. Wunderbar. Freuen Sie sich über die neu gewonnenen Resourcen und ggf. Ihre damit verbundene neue Lebenszeit!

Und wenn Sie doch etwas gefunden haben, für dessen Lösung es sich lohnt, weiterzumachen, nehmen Sie sich Herrn Fried’s Rat zu Herzen: “Probleme lassen sich meist mit banalen, einfachen Mitteln beheben. Das ist nicht unbedingt ein glanzvoller Ansatz. Sie haben keine Gelegenheit, Ihre unglaublichen Fähigkeiten zur Schau zu stellen. Sie beheben einfach das Problem, und die Sache ist erledigt. Und dann geht es weiter. Dafür ernten Sie vielleicht keine begeisterten Aahs und Oohs, aber Sie können weitermachen.”